Schachnews aus Riehen

Samstag, 29. November 2008

Schweizerische Jugend-Mannschaftsmeisterschaft

SJMM 1. Runde

Der Start ist uns nicht ganz geglückt, ein 2-2 wäre drin gelegen.

Riehen - Olten 1-3

1. Di Giovanni Andras (1392) - Angst Jesse (1885) 0-1
2. Di Giovanni Mark (1385) - Planchet Thomas (1293)1-0
3. Franke Benjamin (-) - Klar Raphael (1350) 0-1
4. Dölz Marianne (1476) - Restelli Philipp (-) 0-1

Freitag, 21. November 2008

Die Vorstands-Sitzung am Mittwoch.


Foto R.Ekström
Von links nach rechts : Chevalier, Erismann, Stritmatter, Staechelin, Deubelbeiss, Spielmann und Widmer.

Dienstag, 11. November 2008

Schachspieler lernen Pünktlichkeit

Nicht-Nominierung des Rieheners Ekström für Nati sorgt für Verdruss / 152 Länder sorgen bei 38. Olympiade in Dresden für Rekordbeteiligung

Von Hartmut Metz in der BAZ

Der Schach-Weltverband FIDE erzieht seine Schäflein jetzt unerbittlich zur Pünktlichkeit. Wer heute zu spät zur Eröffnungsfeier der Olympiade in Dresden um exakt 20.08 Uhr erscheint, muss noch keine Sanktionen fürchten – sofern der Spieler die verpasste Show in der neuen Eissportarena mit Max Mutzke, Zascha Moktan und der Staatsoperette Dresden nicht als Strafe wertet. Wer sich aber ab morgen um 15 Uhr fern seines Brettes im Kongresszentrum in Zeitnot befindet, lässt seine Mannschaft mit 0:4 verlieren.
Bei der Mannschafts-WM, die fälschlicherweise Olympiade heisst und alle zwei Jahre veranstaltet wird, gehen bis zum 25. November Nationalteams aus 152 Verbänden an den Start. Ein einsamer Rekord bei der 38. Auflage seit 1927. Gleiches gilt für die 114 Länder bei den Frauen, die erstmals auch an vier statt an drei Brettern spielen. Jeweils zwei zusätzliche Quintette des Gastgebers erhöhen die Zahlen auf 154 und 116 Mannschaften sowie mehr als 1300 Spieler. Eine Mammutaufgabe für die Veranstalter, die alle 5940 Partien der elf Runden live im Internet übertragen wollen.
Zu Verdruss führte die Olympiade in Deutschland im Vorfeld in Basel: Der Schweizer Meister Roland Ekström von der SG Riehen wurde nicht für die Nati nominiert. „Einen Skandal“ nennt das sein Vereinskamerad Peter Erismann unverblümt. Statt des Baslers wurde hinter den unumstrittenen Viktor Kortschnoi, Yannick Pelletier, Florian Jenni (alle SG Zürich) und Joseph Gallagher (Joueur Lausanne) Altmeister Werner Hug in den Kader berufen. Das nennt der ehemalige Nationalcoach Erismann „pikant“ und begründet: „Werner Hug ist seit Jahren der Spielervertreter beim Verband und hat dadurch zusätzliche Informationen und Einflussmöglichkeiten, die er offenbar zu seinen Gunsten einzusetzen weiss.“
Die Fakten sprechen alle gegen den Junioren-Weltmeister von 1971: Roland Ekström wurde in Samnaun zum vierten Mal nach 1988, 1999 und 2001 Meister des Schweizerischen Schachbundes (SSB). In der Nationalliga A erzielte der Riehener an Brett zwei mit 6,5:2,5 Punkten eines der besten Ergebnisse überhaupt – Hug blieb zwar auch ungeschlagen bei seinen 6:3 Zählern, hatte aber an Brett sechs bei Meister SG Zürich die weit schlechteren Gegner. Für Ekström spricht überdies die aktuelle Führungszahl von 2500. Hug ist mit 2459 etwa fünf Prozent schlechter als der Schweizer Meister. Hinzu kommt, dass der Rekordnationalspieler in den vergangenen Jahren kaum spielte.
„Wir wollten intervenieren – doch Roland bat uns, darauf zu verzichten“, berichtete Erismann, dass der zurückhaltende Ekström nicht gegen die dubiose Nominierung vorgehen mochte. Der in Dresden erstmals eingesetzte Nati-Coach Artur Jussupow findet die Entscheidung des SSB, mit der er nichts zu tun hatte, unglücklich. „Die stärkste Mannschaft sollte spielen“, meint der deutsche Grossmeister, der einst unter russischer Flagge bis ins WM-Halbfinale vordrang. Aus „strukturellen Gründen“ sei es künftig wichtig, „dass der Meister berücksichtigt wird“, meint Jussupow. Dadurch werde die nationale Meisterschaft aufgewertet. Der als einer der weltbesten Trainer geltende Nati-Coach will sich, so die Zusammenarbeit mit dem SSB fortgesetzt wird, „bemühen, den Meister immer aufzustellen“.
Grosse Sprünge dürfen die Schweizer bei der 38. Olympiade mit oder ohne Ekström erwarten. Die Herren sind an Position 36 gesetzt. 48 Jahre nach seinem Debüt bei der Olympiade 1960 in Leipzig spielt Viktor Kortschnoi nach seiner Rückkehr nach Ostdeutschland noch immer am Spitzenbrett der Schweiz! Der 77-Jährige fungiert in Elbflorenz zudem als Olympiade-Botschafter. Kortschnoi favorisiert in Dresden die Ukraine, nominell ist Russland am stärksten. Die auf Platz 37 gesetzten Damen treten in der Aufstellung Gundula Heinatz (Trubschachen), Monika Seps (Reti Zürich), Barbara Hund (Reichenstein), Tatjana Lematschko (Wettingen-Spreitenbach) und Anastasia Gavrilova (Wollishofen) an.


Webseite der Schach-Olympiade:
www.dresden-2008.de

Donnerstag, 6. November 2008

Ausstellung im Tinguelymuseum

Mattomatt – Schachobjekte von Jürg Hassler

Stoppelfeld, 2008, Buche H: 20 cm; 90 x 90 cm

Jürg Hassler entwickelt neue Schachspiele mit der Betonung auf das Spiel und die Spielfreude, ohne Zwang, etwas beweisen zu müssen, ohne Zwang, gewinnen zu müssen, sondern um immer neue Formen zu erfinden, mit einem eindeutigen Vorrang der Form über die Farbe. Das Element der Bewegung ist in seine Werke integriert in der Form von Schachregeln, die plastische Veränderungen bewirken.

Trotz einiger Neuerungen sind die Grundbegebenheiten des Schachspiels die gleichen geblieben wie vor Jahrhunderten: ein Koordinatennetz für die strategische Bewegung von Figuren: Fusssoldaten, Kampfelefanten, Meldeläufer, Kavallerie – ein Spiel mit endlosen Möglichkeiten. In realen Schlachtsituationen standen die Feldherren in relativer Sicherheit hinter dem Gemetzel. So beginnt Hassler, aus dem Brett ein Terrain mit einem oder zwei Hügeln oder einem Fluss zu formen. Bald ersetzt er die starren Farbunterscheidungen auf dem Brett zugunsten anderer formaler Unterschiede, so dass das Koordinatennetz am Ende auf dem Brett ganz verschwindet. Die Figuren oder Spieler müssen sich anders orientieren. Dieser Schritt hat zu Folge, dass die zum Teil verloren auf ihrem Feld stehenden Schachfiguren jetzt selbst Teil des Orientierungssystems werden, indem sie selbst die Form eines einzelnen Feldes oder Teil eines Feldes annehmen.

Die Ausstellung im Tinguelymuseum ist bis zum
18. Januar 2009 zu sehen.

Dienstag, 4. November 2008

Jugendschweizermeisterschaften Wil 2008

Kurzbericht vom U10 /U12 / U14 Schweizermeisterschaften in Wil 2008

Am 31.Okt. bis 2. Nov fand das erste Qualifikationsturnier für den Zyklus 08/09 in Wil statt. Für die SG Riehen waren drei Jungs am Start: Mark (U14) und Andras (U10) DiGiovanni und Damian Hunter (U12). Organisation und das „Drumherum“ waren seitens Wil wiederum einwandfrei gelöst. Das Massenlager war angenehmer als letztes Mal, mehrere Räume mit max 10 Betten, ohne ein bisschen „Action“ abends ging es aber auch diesmal nicht.
Mit unserem Jüngsten angefangen, der nahm es recht locker, sammelte eifrig Punkte, bis er gegen Startnummer 1 verlor. Im weiteren Verlauf kamen Punkteteilungen hinzu, allerdings auch in klarer Gewinnstellung…Schliesslich resultierte mit 4 aus 7 der 12 Schlussrang, den Erwartungen noch entsprechend., das Potential für mehr ist gewiss da, er wird es früher oder später bestimmt abrufen!
Unserem „Fastneuling“ im Meisterschaftskarussell Damian lief es sehr gut. Er spielt schon recht solide, punktete gut und war mit 2,5 aus 4 bereits äusserst gut dran. Leider geschah das unheilvolle Versehen dann doch noch in der letzten Runde: Damenverlust einzügig, der Punkt war weg. Sein Soll war aber mit 50% erstmals in U12 gut erfüllt, eine insgesamt gute Leistung.
Auf das Abschneiden von Mark war ich besonders gespannt, ich traute ihm durchaus ein gutes Resultat in der vorderen Tabellenhälfte zu. Nach seinem fulminanten Start mit einem Sieg gegen Startnummer 4 war alles möglich. Im weiteren Verlauf bewahrte er sich mit remis und einer Verlustpartie gegen Nr 14 immer noch eine gute Ausgangslage. Im Endspurt gelang ihm ein Doppelsieg und damit der Vorstoss in die „Top Ten“ - ein Superresultat. Mit Startnummer 31 auf Rang 8 vorzustossen ist wirklich ausgezeichnet, Gratulation!
Auf den weiteren Verlauf dieser Meisterschaft dürfen wir gespannt sein. Aus Sicht unserer Region „Nord“ sieht es in Sachen Beteiligung recht schwach aus: Von den 100 Teilnehmenden waren gerade einmal 6 (!) aus unserer Region, immerhin den U14 – Sieger Sai Saikrishnan mit eingeschlossen. Mögen die Bemühungen, das Jugendschach auszubauen und stärker zu fördern in unserer Region bald fruchten!
Wie immer sind ausführliche Resultat auf der Homepage des SSB nachzulesen.
René Deubelbeiss